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Box versetzt in die Rolle eines Gafferopfers (mit Video)

Box versetzt in die Rolle eines Gafferopfers (mit Video)
Schaulustige behindern Rettungs- und Polizeikräfte massiv bei ihrer Arbeit. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat die Verkehrswacht Paderborn in Kooperation mit der Kreispolizeibehörde Paderborn eine Gafferbox erstellt.

„Gaffer behindern die Helfer, verzögern die Hilfeleistung und können indirekt Gesundheit und Leben der Opfer sowie die Verkehrssicherheit gefährden“, sagt Manfred Müller, Landrat des Kreises Paderborn. Die Gafferbox ist ein 3x3 Meter großer und 2,5 Meter hoher Raum. Die Besucher der Box werden durch die Gestaltung der Wände, auf denen Schaulustige unter anderem mit Handys und Fotoapparaten zu sehen sind, in die Lage eines Gafferopfers versetzt. In der Mitte der Box steht eine Säule, die mit Unfallfotos von tödlich verletzten Unfallopfern ausgestattet ist. Diese Schockfotos sind durch eine Klappe mit einem entsprechenden Warnhinweis verdeckt. Der Besucher der Gafferbox muss sich also bewusst entscheiden, ob er sich die Fotos anschaut oder nicht. So, wie an einer echten Unfallstelle.

Verkehrsteilnehmer sollen ihre Einstellung hinterfragen

Die Säule der Gafferbox entstand im Bürener Nebenschulort des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs als Projektarbeit der einjährigen Berufsfachschulklasse BET81 unter der Anleitung des Fachlehrers Berthold Wille. Sie beinhaltet neben den Bildern noch eine Audiobox, über die Hilfeschreie und Kommentare von einer Unfallstelle für einen realistischen Eindruck sorgen. „Wir wollen auf die Problematik des Gaffens bei Verkehrsunfällen hinweisen. Die Wirkung der Box soll dazu führen, dass der eine oder andere Verkehrsteilnehmer seine Einstellung hinterfragt. Verstärkte Aufklärungsarbeit ist absolut nötig“, sagt René Möller, Vorsitzender der Verkehrswacht Paderborn, welche die Gafferbox initiiert hat.

Der Kreis Paderborn hat kein grundsätzliches Problem mit Gaffern

Die Kreispolizeibehörde Paderborn war in beratender und in fachlicher Hinsicht an der Herstellung der Box beteiligt: „Es gibt im Kreis Paderborn kein signifikantes Problem mit Schaulustigen. Trotzdem haben auch Polizistinnen und Polizisten bei uns schon ihre Erfahrungen mit Gaffern an Unfallstellen gemacht, die Filmaufnahmen oder Fotos machen wollten“, sagt Michael Eickhoff, Verkehrssicherheitsberater bei der Paderborner Polizei. Ursprünglich entwickelt wurde die Box von der Feuerwehr in Mainz. In Paderborn waren zahlreiche heimische Unternehmen an der Produktion der Gafferbox beteiligt.

Heimische Firmen an der Produktion der Gafferbox beteiligt

Neben der Verkehrswacht Paderborn und der Kreispolizeibehörde Paderborn war auch die Firma jT Klöpping aus Bad Lippspringe beteiligt. Die Möbelwerkstatt produzierte den Rahmen, in den die Stellwände der Box eingesetzt werden. Bedruckt wurden die Wände durch die Agentur W2 Werbung, ebenfalls aus Bad Lippspringe. Die Fotos von den gaffenden Personen, für die sich die Feuerwehr Bad Lippspringe und die Feuerwehr Paderborn als Statisten zur Verfügung stellten, produzierte der Fotograf Matthias Groppe in den Räumen des Bad Lippspringer Unternehmens RTB.

Die Gafferbox ist bislang in NRW einzigartig

Als Sponsoren haben sich zudem der Kreis Paderborn, die Verkehrswacht Paderborn sowie die Feuerwehr Paderborn an der Realisierung des in Nordrhein Westfalen bislang einzigartigen Projekts beteiligt. „Die Gafferbox ist das Ergebnis einer gelungenen Zusammenarbeit vieler Beteiligter. Es ist wichtig, auf die Problematik des Gaffens hinzuweisen und dafür zu sensibilisieren. Die Box passt sehr gut in unseren Behördenschwerpunkt #PassAuf!, mit dem wir uns intensiv für die Erhöhung der Sicherheit aller Teilnehmer im Straßenverkehr einsetzen“, so Landrat Müller.