Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

Menü

Inhalt

Courageehrung 2020

Die Geehrten der Courageehrung 2020
Courageehrung 2020
Bereits zum siebten Mal hat der Präventionsrat gegen Gewalt des Kreises Paderborn nun gemeinsam mit der Polizei Paderborn die Courageehrung durchgeführt. Damit werden Menschen ausgezeichnet, die sich in den letzten zwei Jahren besonders mutig und beherzt für andere eingesetzt haben. Die rund einstündige Veranstaltung, bei der 18 Auszeichnungen vergeben wurden, fand unter Einhaltung der aktuellen Coronaregeln im großen Sitzungssaal des Kreishauses statt. Grußwort kommt auch von Rüdiger Hoffmann.

„Wir wollten die Ehrung, trotz Corona, unbedingt durchführen, weil das, was Sie getan haben, nicht gewöhnlich, nicht alltäglich ist. Uns ist es wichtig, Ihnen dafür öffentlich Danke zu sagen“, so Manfred Müller in seiner einleitenden Rede. Der Landrat des Kreises Paderborn führte weiter aus, dass couragiertes Verhalten ein Akt der Menschlichkeit sei. „Für mich ist es ein positives Zeichen und ein Gedanke der beruhigt, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich in den verschiedensten Bereichen unserer Gesellschaft für andere Menschen einsetzen.“

Courage hilft Polizei und Rettungskräften im Einsatz enorm

Dabei gehe es nicht ausschließlich um die große Heldentat. Um couragiert zu sein, muss sich niemand bewusst einer Gefahr aussetzen. Oftmals reichen schon Kleinigkeiten, wie Aufmerksamkeit für seine Umgebung oder ein überlegtes Handeln aus. Das sind Dinge, welche der Polizei und den Rettungskräften im Notfall enorm helfen, denn Zeugen und Ersthelfer, sind - wie es der Name schon sagt - immer die ersten Personen an einem Unfallort oder an einem Ort, an dem eine Straftat begangen wird. „Sie alle werden heute zurecht als Heldinnen und Helden des Alltags ausgezeichnet und stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Darauf können Sie stolz sein“, lobte Landrat Müller.

Couragierte Menschen überwinden Ängste

Auch Polizeioberkommissar Andreas Drost, der bei der Kreispolizeibehörde Paderborn als Verkehrssicherheitsberater und Opferschützer arbeitet, dankte den Anwesenden für ihre Courage. „Sie haben geholfen, vielleicht auch die Angst davor überwunden, einen Fehler zu machen und unsere Arbeit unterstützt. Sie haben nicht einfach nur dabei gestanden und vielleicht sogar Fotos gemacht oder gegafft, sondern waren aktiv. So, wie es sein muss. Herzlichen Dank dafür“, sagte Drost, der gleichzeitig die Hilfe der Polizei anbot, falls die individuellen Erlebnisse vom Tag der Courageaktion noch einmal besprochen werden sollten. „Die Polizei und auch andere Institutionen sehen nicht nur die unmittelbar Betroffenen. Wir bieten auch Zeugen und Ersthelfern die Möglichkeit an, das Geschehene zu besprechen und zu verarbeiten. Melden Sie sich gerne bei uns.“

Grußworte kommen auch von Rüdiger Hoffmann

Ein besonderes Highlight für die Ehrenden war dann noch das Grußwort eines besonderen Paderborners. Rüdiger Hoffmann, bekannter Kabarettist und Musiker mit Paderborner Wurzeln, ließ es sich nicht nehmen, den Anwesenden eine Grußbotschaft zu schicken und ihnen so seinen Dank für ihre Couragetat auszudrücken: „Ich habe mich informiert, was ihr gemacht habt, ist unglaublich. Danke für euren Einsatz.“

Folgende Personen zeichnete Landrat Manfred Müller im Rahmen der Courageehrung 2020 aus: 

Mario Vantaggiato stoppte am 15. Januar 2019 ein brennendes Fahrzeug auf dem Parkplatz Florianstraße in Paderborn. Das Fahrzeug hatte sich selbständig in Bewegung gesetzt und drohte brennend an andere Autos zu stoßen. Vantaggiato nutzte einen Feuerlöscher aus seinem Auto, um diesen unter einen der Reifen des brennenden Autos zu legen. Als der erste Versuch scheiterte, versuchte er es ein zweites Mal und konnte das Fahrzeug so stoppen. Dabei zog er sich Verbrennungen an der Hand zu.

Elke Koch und Tobias Firley entdeckten am 12. September 2019 in Bad Lippspringe eine Rauchentwicklung aus dem Wohnzimmer des Nachbarn. Sie schauten nach und sahen, dass die Hose und der Ärmel eines Pullovers des geheingeschränkten Nachbarn bereits Feuer gefangen hatte und sich dieser nicht mehr allein aus dem Wohnraum retten konnte. Sie brachten den Mann in den Garten, löschten die Flammen an seinem Körper und alarmierten die Rettungskräfte. 

Tobias Lenkeit erkannte am 22. Juli 2019 auf der L751 in der Nähe von Bad Wünnenberg, dass ein Motorradfahrer zu schnell durch eine Kurve fuhr. Er kehrte instinktiv um und entdeckte den verunfallten Motorradfahrer wirklich im Straßengraben. Lenkeit leistete bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe. Ohne sein Einschreiten, wäre der verunfallte Fahrer von der Straße aus nicht sichtbar gewesen und der Unfall wohl lange Zeit unentdeckt geblieben.

Ninos Touma griff am 16. Dezember 2019 auf der Dubelohstraße in Paderborn in das Lenkrad des Fahrers, in dessen Auto er als Beifahrer saß. Der Fahrer hatte einen medizinischen Notfall erlitten. Durch das Eingreifen lenkte Touma das Auto von der Straße auf ein Feld und verhinderte so mögliche Unfälle mit anderen Fahrzeugen.

Ralf Hannak sah am 11. März 2020 auf der Bahnhofstraße in Borchen, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Fahrradfahrer aufgrund von medizinischen Problemen gestürzt war. Er informierte Alexander Ditz auf dem Gelände der nahegelegenen Feuerwehr Borchen. Beide leisten Erste Hilfe beim Radfahrer, bis der Rettungsdienst eintraf.

Jean Rogner, Franz-Josef Zechner und Uwe Freitag leisteten am 17. August 2020 auf der Almebrücke in Paderborn-Schloß Neuhaus Erste Hilfe bis der Rettungsdienst eintraf. Dort war eine Radfahrerin verunfallt und mit dem Kopf gegen das Brückengeländer geschlagen.

Dalil Alptekin erkannte am 3. Juni 2020 einen erfolgreichen Enkeltrick in dem Moment, als eine ältere Dame in Salzkotten vor einer Bank Geld an einen Mann übergab. Er sprach die Seniorin an und verfolgte im Anschluss den Geldboten. Dazu informierte er den weiteren Zeugen Hendrik Gaub. Alptekin stellte den Tatverdächtigen und hielten ihn fest, bis ihn die Polizei festnehmen konnte, währenddessen kümmerte sich Gaub um die betroffene Frau und betreute sie.

Diar Abdo und Abuldrahim Mssawar erkannten am 30. April 2020 in der Paderborner Innenstadt ein Sexualdelikt gegenüber einer Frau, die um Hilfe schrie. Obwohl der Täter angab, dass es sich bei der Frau um seine Freundin handeln würde, verfolgten sie den Täter und hielten ihn auf, bis die Polizei eintraf.

Denis Hubert nahm am 08. Februar 2019 in der Schwimmoper Paderborn in der Nachbarkabine eine Aussage eines Mädchens wahr, die auf einen sexuellen Missbrauch hindeutete. Er informierte eine Mitarbeiterin der Schwimmoper, behielt den tatverdächtigen Mann im Blick und hielt diesen schließlich auf, bis die Polizei eintraf.

Nicole Koch und Elisabeth Bohr sahen am 21. Juni 2019 in Borchen einen Mann, der eine im Auto sitzende Frau körperlich attackierte und bedrohte. Sie hielten an und näherten sich dem Fahrzeug, wodurch der Mann von der Frau abließ und flüchtete. 

Berivan Basaran stellte sich nach einem Unfall auf der B64 am 12. Oktober 2019 der Polizei über Stunden im Krankenhaus und später bei den Angehörigen als Dolmetscherin für die verunfallten Autoinsassen zur Verfügung. Da diese nicht gut Deutsch verstanden, wurde die Unfallaufnahme und Behandlung im Krankenhaus dadurch enorm erleichtert.

Die Geehrten erhielten eine Urkunde sowie ein persönlich gestaltete Lampe, auf der neben einem Spruch auch das Datum ihrer couragierten Tat eingraviert ist. Gestaltet wurde die Lampe von Nicole Nübel von stempelschule.de.