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Studierende realisieren Polizeivideo zum Thema Ablenkung im Straßenverkehr

Eine Vielzahl von Studien und Analysen bestätigt, was fast Jeder beim Autofahren schon selber festgestellt haben dürfte:

Immer häufiger sind Autofahrerinnen und Autofahrer zu sehen, die während der Fahrt ihr Handy bedienen. Sei es um zu telefonieren, um Nachrichten zu lesen oder zu schreiben oder um es als Navigationsgerät zu benutzen.

Obwohl das Unfallrisiko während dieser Zeit erheblich steigt, wird das Problem häufig verharmlost.

Neben verstärkten repressiven Maßnahmen, möchte die Kreispolizeibehörde Paderborn vor allem durch Aufklärung dazu beitragen, dass die Verkehrsteilnehmer für die Gefahren sensibilisiert werden und hat in Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Lippe und realisiert durch Studierende der Hochschule Ostwestfalen-Lippe aus Lemgo drei Videospots produziert, die die ganze Problematik der Ablenkung durch das Handy deutlich machen.
Die Videos werden ab dem Sommer 2016 zu Schulungszwecken der Polizei landesweit eingesetzt, sollen aber auch in verschiedenen Medien und für unterschiedliche Zielgruppen genutzt werden.

Valide Daten wie häufig Ablenkung als Unfallursache in Frage kommt liegen nicht vor, weil sich, im Gegensatz zu anderen Unfallursachen, Ablenkung durch das Smartphone in der Realität durch die Polizei häufig nicht feststellen lässt. Eher selten gibt ein Unfallbeteiligter freiwillig zu, vor dem Unfall beispielsweise durch den Blick auf das Handy oder das Navi abgelenkt, gewesen zu sein. Es darf aber sehr wohl von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Schätzungen zu Folge dürfte bei mindestens jedem fünften Unfall einer der Unfallbeteiligten in irgendeiner Form abgelenkt gewesen sein.

Bislang werden nur bei besonders schwerwiegenden Unfällen beweissichere Maßnahmen getroffen, um Ablenkung als Ursache des Unfalls nachzuweisen.

Viele Arten der Ablenkung

Die Gründe für Ablenkung können vielfältig sein.
Forscher unterscheiden zwischen visueller Ablenkung beispielsweise durch die Bedienung des Navigationsgerätes, des Radios oder der Klimaanlage oder mentaler Ablenkung, wenn man sich durch Gespräche/Telefonate nicht mehr voll auf den Straßenverkehr konzentriert.

Von motorischer Ablenkung ist die Rede, wenn sich der Fahrer mit „fahrfremden“ Tätigkeiten, wie Rauchen, Essen, Trinken oder dem Greifen nach heruntergefallenen Sachen beschäftigt.

Handynutzung besonders gefährlich

Das Verkehrsgeschehen wird für alle Verkehrsteilnehmer zunehmend komplexer. Die Teilnahme am Straßenverkehr ist trotz aller technischen Fortschritte auch heute immer mit Gefahren verbunden.

Die Informationen, die Autofahrerinnen und Autofahrer aufnehmen und sachgerecht verarbeiten müssen, fordern ständige Konzentration und Aufmerksamkeit.
Etwa 90 Prozent der Informationen, die wir beim Autofahren verarbeiten müssen, nehmen wir als Momentaufnahmen über unsere Augen wahr. Ohne diese Bilder wären wir praktisch im „Blindflug“ unterwegs.

Schon das Fahren bei Dunkelheit oder schlechter Sicht, wegen Regen oder Nebel, schränkt unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten erheblich ein, so dass wir nur mit reduziertem Tempo fahren dürfen, um noch sicher unterwegs sein zu können.

Bei der Benutzung des Handys wird der Blick komplett von der Fahrbahn genommen und auf das Display gelenkt. Das bedeutet, dass wir je nach Geschwindigkeit zum Teil große Strecken zurücklegen ohne sehen zu können, was vor und neben uns auf der Straße passiert.

Schaut man im Stadtverkehr bei Tempo 50 km/h nur für zwei Sekunden auf das Handy, beispielsweise um zu schauen wer eine Nachricht geschickt hat, werden in dieser Zeit fast 30 Meter im Blindflug zurückgelegt!

Fast 30 Meter in denen man nicht sieht, ob gerade in dieser Zeit ein Kind vor das Auto läuft oder der Vorausfahrender abbremst. Situationen bei denen man normalerweise noch hätte rechtzeitig reagieren können, enden dann mit einem Verkehrsunfall.

Ablenkung beeinträchtigt das Fahrverhalten wie nach Alkoholkonsum

Untersuchungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. im Jahr 2015 haben über die physikalischen Erkenntnisse hinaus die Beeinträchtigung bezogen auf das Fahrverhalten mit den Auswirkungen nach Alkoholgenusses verglichen und sind dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Zeit in der man abgelenkt ist durchaus mit bestimmten Alkoholisierungsgraden vergleichbar ist.

„Das Senden von SMS, die Titelsuche bei Musikplayern und das Telefonieren sind, bezogen auf das Ausmaß der Beeinträchtigung, vergleichbar mit einem Alkoholisierungsgrad von 0,8 Promille.

Die Bedienung von Navigationssystem und Telefon und das Schreiben von SMS entsprechen, bezogen auf die signifikanten Befunde, einem Alkoholisierungsgrad von 1,0 Promille!“

Auch wenn bei der Beurteilung der tatsächlichen Gefährlichkeit die zeitliche Dauer mit einbezogen werden muss, machen diese Vergleiche doch deutlich, welche Risiken von der Ablenkung ausgehen.

 

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KPB Paderborn / Hochschule OWL